Blog

Besuche und Ausflüge

Das Bild mit dem offenen Deck im Blog ist leider unverändert. Zwischenzeitlich wurden jedoch einige massive Baumängel behoben und ein Ende ist in Sicht. Hier nennen wir das “Skye-Time”. Alles dauert um Ewigkeiten länger wie geplant oder vorausgesagt. Leider ist das Leben in der Baustelle mit enorm viel Staub, Schmutz und Lärm verbunden. Folge dessen ist Marcel immer am Staub saugen, Boden wischen und putzen.

Die Schiebetüre muss ersetzt werden
Leider funktionierte die Schiebetüre nicht mehr und musste auf Garantie ersetzt werden.

Eine Auszeit von den Bautätigkeiten wurde uns gegönnt, wie wir uns um unsere lieben Gäste und Freunde kümmern durften. Es ist immer wieder bereichernd, wenn wir unsere neue Heimat zeigen dürfen, Mass geschneiderte Ausflüge planen (Fairy Glen, Talisker Bay, Trumpan) und Neues (Skye Weavers) entdecken.

Auf einem Ausflug nach Tokavaig (Sleat Halbinsel)
Wer das Auge für den vom Wind geformten Baumstamm hat, findet die Wiederholung in der Landschaft.

So durften wir mit Elisabeth und Peter in der Speyside einige Whisky Brennereien sehen und an zwei geführten Touren Teil nehmen. Tolles Wetter begleitete uns und und für es waren Ferien im Heimatland.

Whisky Brennerei
Eine der vielen Whisky Destillerien in der Speyside.

Bei Glenfarchlas führte uns ein ausgewanderter Neuseeländer gekonnt durch das Areal der Destillerie, welche in der fünften Generation der Familie geführt wird. Anschliessend erfuhren wir einiges über in die Hintergründe der jeweiligen Edle-Brände, welche vorausschauend und in genügend Mengen gelagert wurden.

Alkoholtresor
Der Alkoholtresor ist das Herzstück jeder Brennerei.

Auf der Tour erblickten wir ein paar Schweizer Bestandteile. Leider gebe es keine Ersatzteile mehr für diese alten Maschinen, meinte der Tour Guide.

Beeindruckend war das Schokoladen und Whisky testen bei Ballindalloch, und wir erinnern uns sehr gerne an diese Perle von Brennerei zurück. Über jede Schokolade wurde wir mit dem Kakoanteil, der Herkunft und speziellen Informationen gefüttert. Dazu gab es natürlich unterschiedliche Whiskies aus der Privatsammlung des Gutsbesitzers. Wir können es kaum erwarten, bis die ersten Flaschen Single Malt auf den Mark kommen.

Ballindalloch Whisky mit Schokolade
Exklusive Schokolade mit den entsprechenden Erklärungen wurde zum Whisky kredenzt.

Der letzte Montag im 2021

Nach dem leckeren Frühstück und einem exzellenten Kaffee muss eine Wäsche der Waschmaschine übergeben werden. Einer Stunde Yoga und schon ist die Bettwäsche zum aufhängen bereit. Marcel hantiert bereits mit der Kettensäge und zerkleinert Baumabschnitte zu brennbaren Scheiten. Das Sägemehl dient als Dünger für die Beete oder als trockenes Lagermaterial für die Kartoffeln. Ich ziehe mich warm an, schaue kurz im Treibhaus nach dem Rechten, mache einen Umweg zu den Bienenmagazinen und hole die Schubkarre.

Die letzte Garette ist gefüllt
Steine unten und oben ein paar verrottete Zaunpfoste.


Mühsam hat Marcel im Frühling Steine aus dem fruchtbaren Acker gesammelt und diese zu einem grossen Haufen gestapelt. Meine Idee ist es nun, diese Unmenge von Steinen unter dem nur spärlich gefüllten Holzrost zu verbergen. Seit ich das Projekt ausgeheckt habe, bringe ich fast jeden Tag mindestens drei Ladungen vor das Haus, unter die Holzbretter. Während dem Umverteilen der Steine denke ich an Calum MacLeod, welcher die “Calum’s Road” auf Raasay mit einer Hacke, Schaufel und einer Garette über Jahre hinweg gebaut hat. Die Gedanken schweifen ab und bereits ist wieder eine Schubkarre gefüllt.

Sicht unter das Deck
Sicht unter das Deck

Heute sind es deren Fünf und meine Hände sind durchgefroren. Nieselregen setzt ein und verdunkelt den Tag, alles warme Wasser getrunken und folge dessen Zeit um wieder hinein zu gehen. Ich freue mich auf ein heisses Bad! – Ja, ein Bad, das war mein lange gehegter Wunsch. An der Balierestrasse hatten wir nie eine Badewanne und erst als sich die Auswanderungspläne konkretisierten, realisierten wir eine für die Mieter. Seit sieben Wochen behebt ein Arbeiter die Baumängel, versah den Siphon mit dem korrekten Teil und endlich darf ich mich dem Badevergnügen ohne Bedenken hingeben.
Marcel schleift die Zähnchen der Motorsäge, putzt diese und füllt das Motorenöl auf. Vier Akkus habe er entleert, der Rücken schmerzte und mehr wäre nicht mehr gegangen, meint er. Als Ausgleich werden wir ein paar schöne Abende am wärmende Feuer geniessen können.

Die Bretter sind entfernt.
Die Bretter sind entfernt um die Steine darunter zu verstauen.

Von Angela und James aus Edinbane bekamen wir ein wohlriechendes Rosen-Patschuli Schaumbad, welches ich ausprobieren möchte. Das warme Wasser sprudelt aus dem eleganten Hahn und es bilden sich Schaumblasen. Schon bald ist die Wanne bis oben hin gefüllt und der wohl riechende Duft verbreitet sich. Behutsam steige ich in die wohltuende Wärme und langsam gewöhnen sich die kalten Glieder an das entspannende Bad.
Ich tauche ab, vergesse die Zeit! Keine Kirchenglocke erinnert mich daran, dass die Zeit verstreicht. Hier in “Àite Subhach” darf eine viertel Stunde so viele Minuten haben, wie ich ihr gebe. Unter dem Wasser höre ich mein Herz schlagen und freue mich über das kräftige Pumpen in meinem Takt. Beim Auftauchen knistern die Seifenbläschen in meinen Ohren, ich höre das Zerplatzen, weiss, dass das Bläschen nun wieder Seifenwasser ist und spüre, wie sich dieses über mein Ohrläppchen zurück ins grosse Nass begibt. Sinnieren über die Vergänglichkeit, das Entstehen, Formen und Umwandeln in einen anderen Aggregatszustand.

In Erinnerungen schwelgen
In Erinnerungen schwelgen.

Ich werde weiter sinnieren, philosophieren und allen Gedanken den verdienten Platz geben. Den bereichernden Eindrücken der langen Spaziergänge und den schönen Begegnungen, oder was auch immer gerade Sein darf.

Die bereichernden Kleinigkeiten

Es geschieht so Einiges – im Kleinen und Viel seit dem letzten Blog-Eintrag. Seit dem 26. Dezember befinden wir uns im totalen Lockdown. Das bedeutet für Schottland und die Highlands, dass wir keine Personen von einem anderen Haushalt weder drinnen noch draussen treffen dürfen. Obwohl es auf der Insel Skye keine bestätigten SARS-CoV-2 Fälle gibt. Klar flammen Gerüchte auf und es gibt mal Jemanden, der sich in Selbstisolation begibt, nachdem in dessen Umfeld ein Fall auftauchte. Aber das war es dann auch und das ist mehr als gut so! Ob wir uns an die Auflagen und Vorschriften halten? Klar waren wir etwas eingeschüchtert, als wir von den lokalen Polizeikontrollen, diversen Verwarnungen naher Freunde und der Höhe der Bussgeldern hörten, aber Anne dürfen wir weiter treffen, da sie sich (oder wir uns) in einem erweiterten Haushalt befinden.

Welcoming drink
Der Drink zur Begrüssung mit Cliff Richard “Summer Holiday”


Ende Januar waren wir bei Anne zu einem leckeren Abendessen eingeladen und stellten fest, dass Ihre mentale Gesundheit leidet. Um diese Zeit wäre sie in Madera, im November hätte sie die Nichte in Stuttgart besucht, wäre mal ein langes Wochenende zu Freundinnen nach Drumnadrochit gefahren, sie war viel unterwegs, auf Reisen und dieser Lockdown machte ihr mehr zu schaffen, als sie zugegeben hätte. Kurz entschlossen luden wir Anne in die Ferien zu uns ein. Anfangs Februar – also das darauffolgende Wochenende vom Abendessen. Fleissig stellten wir ein Unterhaltungs-Programm zusammen, schrieben eine Offizielle Buchungsbestätigung inklusive Quick-Respons-Code für ein schnelles Check-In und am Samstag um 11:00 wurde Anne vom Chauffeur (Marcel) abgeholt. Der Willkommensdrink wurde begleitet von Cliff Richards “Summer Holiday”, das Köfferchen wurde ausgepackt und das Bett aufgeschlagen.

Das grosszügige Gästezimmer für den herzlichen Empfang.

Das grosszügige Gästezimmer gefiel ihr ausgesprochen gut und sie fühlte sich sehr wohl. Neben tollen Gesprächen, erfrischenden Spaziergängen, einem Film-Abend und ausgezeichneten Speisen wurde ihr das Bett jeden Tag gemacht und für die Nachtruhe aufgeschlagen – wie in einem guten B&B. Der Kurzurlaub war ein supertoller Erfolg und gestärkt wurde unsere liebe Anne am Montagabend wieder nach Hause gefahren. Mit einer liebreizenden, selbstgebastelten Karte bedankte sich unser Gast für die Aufmerksamkeiten. Und wir hatten unseren vollen Spass daran, unserer grosszügigen Hausmutter für fast zwei Jahre, etwas Kleines zurückgeben zu können.

Linzertorte
Die Linzertorte mit viel Schokolade – unser Gast liebt Schokolade!

In solch wirren Zeiten mit dem künstlich (von Gesetztes wegen) vorgeschriebenen Freiraum sollen neue Ideen entstehen und erprobt werden.
Was hast du liebe Leserin, lieber Leser für neue Ideen gehabt und umgesetzt?

Altvaid 6 aus der Ferne
Àite Subhach vom gegenüber liegenden Weiler aus.

Schnee – kaum zu glauben

Während Frauenfeld den enormen Schneemassen nur mit Bagger und Lastwagen Herr wird, Arosa im Schnee ertrinkt, hatten wir bisher gerade mal einen Flaum, der innert Tagesfrist weg schmolz. Doch der Schnee kam auch bei uns auf die Insel Skye.

Der Zufahrtsweg die Garage und das Treibhaus sind mit Schnee bedeckt.
Der Zufahrtsweg, die Garage und das Treibhaus sind mit Schnee bedeckt.

Bereits gestern Nacht begann es zu “fiserlen” und heute Morgen war dann alles mit einem Schneeteppich – damit meine ich maximal drei Centimeter – bedeckt. Die gegenüber liegenden Berge waren nicht nur gezuckert, sondern hatten einen seriös zu nehmenden Belag. Das ist aussergewöhnlich, denn mit dem Einfluss des Golfstromes und unter Beachtung, dass unser Haus lediglich 7 Meter über Meer ist, kommt das sehr selten vor.
-> Frauenfeld liegt doch immerhin um die 400 m ü. M. und Langwies (wo meine Schwägerin und ihr Ehemann Wochenend-Aufenthalter sind) 1400 m ü. M.
Es ist sehr ruhig in dieser Region, seit die Touristen weg bleiben ist es noch ruhiger und nun mit dem Schnee, ist es pure Ruhe. Der Frieden, die Gelassenheit und die positive Energie von diesem wunderschönen Flecken Erde ist derart bereichern! Einfach da sitzen, schauen, staunen, aufsaugen, beobachten und dankbar sein. Einfach? Nein, es ist Luxus, sich die Zeit nehmen zu können und zu bewundern. Dazu gesellt sich ein weiterer Luxus: der frische selbstgebackene Butter-Zopf mit Honig von den eigenen Bienen, die fleissig dieses flüssig Gold produziert haben und eine tolle Musikanlage. Einen Plattenspieler der die Rillen optimal abtastet, das Signal an den Verstärker weiter gibt, diesen Klang optimal umsetzt und an die Aktivlautsprecher übermittelt, live – wie wenn die Musiker in unserer Wohnstube sitzen würden.
Und das mit dieser Aussicht….

Die MacLeod Tables mit Roag im Schnee.
Die MacLeod Tables mit Roag im Schnee.

November-Sonntag

Die Herbst-Stürme haben eingesetzt und es ist regnerischer. Die heftigen Regenschauer werden von Sonnenschein und blauem Himmel aufgelockert. Das lieben wir! Leider stellen wir dabei fest, wie wenig Wind dicht unser neues Haus ist. Statt einer zwei haben wir nur eine vier beim Test erreicht und nun wissen wir wieso. Somit muss das Bauunternehmen aufgeboten und alle Versiegelungen überprüft werden.
In der Zwischenzeit freuen wir uns über ein tolles, wärmendes Feuer und geniessen die Aussicht. Die Vögel lassen sich vom Wind tragen, ich beobachte und versuche die Art zu bestimmen, was als absoluter Neuling sowie bei verregneten Fensterscheiben nicht ganz einfach ist. Handelt es sich um einen “Calidris alba” (Sanderling) oder doch eher um einen jungen “Larus argentatus” (Silber- oder Heringsmöwe)? Ein “Tringa totanus” (dunkler Wasserläufer) kann es nicht sein, denn der hat orange Beine und einen zweifarbigen Schnabel…. Aber ich habe ja noch ganz viel Zeit um das heraus zu finden!
Bei meinem letzten Grosseinkauf in Inverness habe ich Marroni gefunden und ein Netz käuflich erworben. Soeben habe ich diese eingeschnitten und an Frauenfeld gedacht. Im Herbst war es ein Ritual, zwei oder gar drei Mal an einem Sonntag zum Marroni-Stand beim Sämanns-Brunnen zu spazieren, der um diese Jahreszeit mit der Weihnachtsdeko verziert war. Dort kaufte ich jeweils 300 Gramm der Köstlichkeit bei dem sehr freundlichen Herrn, packte diese unter meinen dicken Mantel und mit Marcel zusammen verzehrten wir diese genüsslich während wir die Leute auf dem Balieresteg beobachteten. – Einen heisse Marroni Verkäufer oder Stand kennen wir auf der Insel nicht! Somit war mein Kauf eine gute Entscheidung und schon bald haben wir den herbstlich Duft in unserer Stube. Wusstest du, dass Marroni ein rein Schweizerischer Ausdruck ist? In Hochdeutsch heissen diese Baumfrüchte Esskastanien.

Marroni - Sweet chestnut
Mit einem scharfen Messer werden die Marroni eingeschnitten.

Das Kaminfeuer verbreitet eine angenehme Wärme, die Flammen züngeln hinter der Glasscheibe und die Amaryllis streckt bereits die grünen Blätter aus der Knolle. In der Tasse dampft ein Sonnentor Tee, welchen ich von Hanni und Romeo geschenkt erhalten habe. Wenn ich meinen spontanen Eintrag beendet habe, werde ich den Teebeutel nochmal mit heissem Wasser aufgiessen und ein Buch lesen. Ein richtig gemütlicher Novembersonntag, kuschelig warm im Sofa sitzen, sinnieren, lesen, Tee schlürfen und Musik über die tolle LINN-Anlage hören. Gerade liegt Bonnie Raitt auf dem Plattenteller.

Amaryllis und Marroni mit Kaminfeuer
Die Amaryllis wartet darauf, sich zu entfalten, die Marroni werden bald im Backofen schmoren.

Es ist uns wohl

Nun dürfen wir schon seit einigen Wochen unser neues Zuhause geniessen und das machen wir in vollen Zügen. Es ist uns sehr wohl und wir geniessen jeden Tag. Der Herbst mit seinen bunten Farben hat Einzug gehalten, die Tage werden kürzer und die Stürme häufen sich. Selbst an den grausten Regentagen sitzen wir im Sofa oder am Tisch und geniessen die Aussicht. Die Naturspektakel sind Atem beraubend, abwechslungsreich, bewegend und wir denken an unsere Zeit im Zelt zurück.
Tja, es gibt nicht viel zu schreiben, wir sind einfach überglücklich, fühlen uns angekommen und endlich spüren wir die Entspannung.

Ein Bussard
Lange dürfen wir einen Bussard beobachten, der auf einem Pfosten auf seine Beute wartet.
Abenstimmung
Traumhafte Abendstimmungen mit wechselnder Szenerie.
Traumhaft
Die Sonnenuntergänge sind absolut traumhaft.

Unser Zuhause

Am Freitag, 14. August erhielten wir tatsächlich unsere Hausschlüssel. Unbeschreiblich glücklich und im Glauben, einen Meilenstein geschafft zu haben. Die Wartezeit war nicht nur länger sondern auch qualvoller als erwartet. Aber – geschafft!
Wir konnten es kaum erwarten, die ersten LP-Kisten ins Haus zu schleppen und in das speziell dafür geschreinerte Gestell einzuräumen. Die ersten persönliche Note (im wahrsten Sinne des Wortes) war gesetzt. Am Samstag kamen unsere Freunde Paul von der Kinloch-Campsite und “Edinbane”-Paul beim zügeln helfen. Das war auch nötig, denn es gab doch so Einiges und auch Schweres von der Garage ins Haus zu bringen. Marcel koordinierte in der Garage, schleppte Kisten auf dem Sackrolli, die beiden Pauls halfen tatkräftig mit und bei den sperrigen Möbelstücken waren wir dann zu viert. Das Wetter war uns sehr gut gesonnen, nur die Midges erschwerten das Unterfangen.

Die LP-Wand füllt sich.
Unsere Schallplatten finden den Weg in das Regal.

Am Mittag trudelte Rita mit zwei grossen Suppentöpfen gefüllt mit Leckereien, dem nötigen Geschirr sowie Besteck ein und kredenzte uns eine heisse Mahlzeit. Zwei Kuchen hat sie zum Nachtisch gebacken, welche natürlich grossen Anklang fanden. Nachdem wir unsere Bäuche voll geschlagen hatten, setzten wir unsere Mission fort. Mit Köpfchen wurden die Möbelstücke zusammen gebaut und an den richtigen Platz positioniert. Schon sehr bald fühlte es sich wohnlich an. Es war wie Weihnachten, denn wir wussten gar nicht mehr so detailliert, was wir alles eingepackt und mitgenommen haben.

Das Nebengebäude
Das Fensterbrett wird mit ein paar persönlichen Gegenständen verziert.

Die erste Nacht war wegen Muskelkater und den neuen, ungewohnten Geräuschen nicht so prickelnd. Eine Woche später waren keine Kartonschachteln mehr zu finden, Alles ausgepackt und eingeräumt. Ein riesengrosser Stapel an Bedienungsanleitungen wollten gelesen und sortiert werden. Der neue Herd, der Backofen, Geschirrspüler… .. einfach alles unbekannt und so viele “Erstes Mal” begleiteten uns die Wochen.
Paul hat es am treffendsten formuliert: Es ist nicht einfach nur ein Haus – nun ist es ein Zuhause!

Aussicht aus der Badewanne
Ein Traum wird wahr – die Aussicht aus der Badewanne.

Über vier Wochen durften wir bereits in unsrem schönen Heim leben, wir geniessen jede Stunde, jede Minute und Sekunde. Das Wetter war nicht immer so toll und somit konnten wir die Aussicht geniessen, Schallplatten hören und mal endlich entspannen. Schon an den ersten Tagen durften wir einige Gäste empfangen und bewirten. Es macht unbeschreiblich grossen Spass und das Gefühl, endlich angekommen zu sein, wird intensiver.

Unseere Aussicht
Die atemberaubende Aussicht auf Loch Vatten.
Die neu organisierte Garag
Die Garage und Werkstatt wird neu organisiert.

Es ist soweit!

Kaum zu glauben, aber die Warterei hat ein Ende! Heute war Bausitzung, wegen den Vorgaben vom Staat ohne uns. Der Architekt Rory nahm Teil und hat die Hausübergabe bestätigt. Am Freitag, 14. August um 14 Uhr machen wir einen Rundgang durch das neue Haus, halten alle unfertigen oder unschönen Dinge schriftlich fest und danach erhalten wir den Schlüssel. Für Samstag sind bereits ein paar starke Helfer organisiert um den ganzen Hausrat vom Nebengebäude ins Haupthaus zu transportieren.
Wir können es noch kaum fassen, denn nun starten wir mit dem Aufbau der Vorfreude. Nachdem wir seit Juni 2018 aus nur vier Koffern und in vorübergehenden Unterkünften leben, dürfen wir uns endlich niederlassen.

Schon bald unser neues Zuhause
Am Freitagnachmittag (14.08.20) sollten wir den Schlüssel erhalten und dies unser Zuhause nennen dürfen.

Warten

Regelmässige Besucherinnen und Besucher meines Blogs warten sicher auf den nächsten Eintrag. Eigentlich wollte ich diesen Eintrag über unseren baldigen Einzug schreiben, aber dem ist nicht so. Der Einzugstermin wurde erneut verschoben – diesmal auf Freitag, den 14. August 2020. Ob das dann auch wirklich so sein wird, … …
Schon so viele Male wurden wir enttäuscht, so gerne würden wir uns endlich darauf einlassen uns in Höhengefühlen des Einzugs zu freuen. Aber diese Vorfreude wurde jedes mal gedämpft. Die Handwerker sind einfach nicht in der Lage, das Haus gemäss den Architekten-Wünsche detailgetreu zu bauen. Die Fussbodenleisten mit den Schattenfugen sind nicht alle auf derselben Höhe. Also nochmal machen. Die Leuchten über dem Esstisch sind nicht über, sondern neben dem Tisch. Obwohl wir mehrere Male darauf hingewiesen haben, wurden die Gipsplatten angebracht. Am selben Tag an dem der Maler eintraf wurde endlich die Leuchte versetzt und die Löcher zugegipst. Der Stromanschluss für den Elektro-Badetuchwärmer ist zu nahe bei der Dusche und muss versetzt werden. Die perfekt ausgeschnittene Fliesse muss demontiert und neu gesetzt werden. Es gäbe noch mehrere solche Geschichten, aber ich stoppe hier.
Schliesslich will ich mich nicht in diese Schwingung hinein geben und versuchen positiv zu denken. Aber das könnt ihr mir glauben, das wird immer schwieriger. Die letzten Woche ist mir der Geduldsfaden gerissen und ich war seit sehr langer Zeit mal wieder so richtig wütend.
Wir wollten auswandern und uns auf die Landesübliche Gegebenheiten einlassen. Dass die Handwerklichen Geschicke nicht dieselben sein werden, wie in der Schweiz war uns auch klar. Aber, dass es derart schwer ist, gute, gelernte Handwerker mit Berufsstolz zu finden, hat uns dann doch sehr erstaunt.

Küche / Kitchen
Sicht in die Küche mit Hochschränken und den Gang.


Also habe ich mich mit der Gartenarbeit abreagiert und bin danach noch Bienen beobachten gegangen. Das hat mir richtig gut getan und mich ausgeglichen. Ich will immer an das Gute im Menschen glauben, bin Optimistisch und versuche auch die andere Seite zu beachten. Dieser Hausbau ist mein grosses Übungsfeld!
Hoffentlich kann ich schon bald einen erfreulichen Blog und über unseren Einzug schreiben. Bis dahin ist Warten angesagt für alle von uns!

LP-Gestell ist grundiert
Alle Schallplatten finden hier ihren Platz und hoffentlich noch ein paar mehr.

Bienen sind eingezogen

Nach einigen Vorbereitungen und viel Herzblut durfte ich einen Jungbienenschwarm bei einem lokalen Imker kaufen, dessen Honigbienen keine Varroa haben. Er war so nett und gab mir gleich sein ganzes Magazin mit ein paar Honigwaben, den teil ausgebauten Brutwaben und einer befruchteten Carniolan Königin.
Aber der Reihe nach: Die Vorgeschichte ist in einem früheren Blog beschrieben. Im Februar besuchte uns der Imker Nigel spontan. Umgehend packte ich die Chance und fragte ihn nach dem optimalen Platz für Bienen. Drei standen zur Auswahl, ein exponierter aber optimal nach Süden mit optimaler Morgensonne ausgerichteter, ein teilweise Wind geschützter mit optimaler Ausrichtung aber im Durchgang, den die Rehe immer brauchen und schlussendlich diesen optimal ausgerichteten, von der Wetter (süd-westen) geschützten Stellplatz, dafür eher den Nordwinden ausgesetzten. Als erfahrener Bienenvater mit Kenntnissen über die lokalen Wetterverhältnisse empfahl uns Letzt genannten Platz.
Wochen vorher bauten wir eine Basis um die Magazine nicht nur darauf zu stellen, sondern genügend Arbeitsraum zu haben und die Behausungen mit Spanngurten fest zu zurren.

Betonsteine und Paletten bilden die Basis
Auf dem unebenen Untergrund versuchten wir mit Betonsteinen und Paletten eine waagrechte Basis zu bauen.

Dazu verwendeten wir neben Betonsteinen diverse alte Paletten, welche auf der Baustelle herum lagen. Aus diversen anderen Restholz und Abschnitten zimmerten wir den Rahmen und verschraubten diesen miteinander. Dann Querlatten für die sichere Befestigung ohne den Eingang zu versperren. Der gesamte Rahmen ist für drei Magazine konzipiert.
Nachdem wir eine Nachricht von der Lochaber Bienenvereinigung hatten, dass alle Völker weniger oder mehr Varroa-Befall haben, entschieden wir uns beim Isle of Skye Imkerverband herum zu hören. Wir verstehen es, dass keine auswärtigen Völker in eine Krankheiten- und Schädlingsfreie Zone eingekauft werden sollen. Somit war – einmal mehr – Warten angesagt, bis die Schwarmsaison auf der Insel beginnt.

Das Magazin steht bereit
Das geölte Magazin wartet auf Bienen.

Auf dem Croft fanden wir eine grosse Porzellanschale, welche wir als Bienenbad verwenden wollen. Aufgeschichtete Steine, etwas Moos und eine abgeschälte Holzrinde soll den Bienen eine sanfte Landung und ein optimales Trinkvergnügen ermöglichen.
Und dann – plötzlich sah ich einen Eintrag in der Facebookseite der Skye-Imker, dass ein Schwarm mit begatteter Jungkönigin zum Verkauf stand. Nach genauen Abklärungen mit meiner Mentorin Marion aus Mallaig, schrieb ich dem Verkäufer meine Kaufabsicht und erhielt den Schwarm aus Portree. Die Freude war riesig und schon bald konnte ich den ersten, eigenen Tierbestand auf unserem Croft Willkommen heissen.
Am späten Freitagabend trafen wir uns mit Billy bei den Bienen. Ich zog meine Imkerweste und die Wildlederhandschuhe über. Im Schutzanzug begaben wir uns zum Standort seiner Kästen. Da alle Bienen nachts heimkehrten, verschloss Billy den Magazin-Eingang, . Wir verklebten den Zutritt, schnürten sein Magazin zusammen, verstauten es im Kofferraum und begaben uns behutsam auf den Nachhauseweg.

In Altvaid angekommen, Magazin platziert, mit der Unterkonstruktion zusammen gezurrt und den Eingang wieder geöffnet. Am nächsten Morgen setzte ich mich die Nähe der Bienen und konnte überglücklich die vielbeschäftigen Bienen beobachten. Da es zwar wunderschönes Wetter, aber auch ein Wassertag war, siedelte ich die Honigbienen noch nicht um. Nach weiteren zwei Tagen war eine sehr gute Konstellation und ich wagte die Umsiedelung. Marcel verfolgte den Umzug aus sicherer Distanz und knipste einige Fotos. Ruhig und konzentriert baute ich das geliehene Magazin auseinander. Siedelte Rahmen für Rahmen in das neue Zuhause um, fand die blau markierte Königin und sehr viele Arbeiterinnen vor. Schnell waren die friedlichen Bienen im neuen Magazin, benahmen sich vorbildlich und ich bekam nicht einen Stich ab.

Umzug des Bienenvolkes
Das Bienenvolk wird umgesiedelt.

Zwei Wochen später machte ich eine erste Inspektion und den aktiven Carniolan-Bienen scheint es sehr gut zu gehen. In Nachbars Garten fanden wir einige Bienen an den Blüten der Sträuchern nach Nektar und Pollen suchen. Beim Magazin-Eingang sahen wir die gelben Pollenhosen der Arbeiterinnen und daraus schliessen wir auf eine positive Neuansiedelung.